Wenn Qualität sichtbar wird | Wirbelstromprüfung (ET)

Was ist die Wirbelstromprüfung?

Die Wirbelstromprüfung (ET) ist ein zerstörungsfreies Prüfverfahren für elektrisch leitfähige Werkstoffe. Dabei erzeugt eine Prüfsonde ein elektromagnetisches Wechselfeld, das Wirbelströme im Material hervorruft. Veränderungen dieser Ströme liefern Hinweise auf Unregelmäßigkeiten im Material.

Typische Einsatzfelder

  • Prüfen von Werkstoffeigenschaften wie Legierung, Vergütung, Härte
  • Auffinden von Rissen, Materialeinschlüssen und Verarbeitungsfehler
  • Maßprüfung wie Bestimmung der Wand- oder Schichtdicke, Korrosionsprüfung und Ermitteln von Formabweichungen

Vorteile und Herausforderungen

Mit der Wirbelstromprüfung lassen sich nahezu alle elektrisch leitfähigen Werkstoffe untersuchen. Besonders verbreitet ist das Verfahren bei der Suche nach Fehlern an oder nahe der Oberfläche, bei der Überwachung der Wärmebehandlung und der Korrosionsprüfung.

Wo andere Messverfahren aufgrund der Bauteilgröße oder eingeschränkter Zugänglichkeit nur schwer einsetzbar sind, ist die Wirbelstromprüfung von Vorteil. Da das Verfahren gut automatisierbar ist und hohe Prüfgeschwindigkeiten erreicht werden können, eignet es sich zudem für den unmittelbaren Einsatz in der Produktionslinie.

Die Auswertung der Prüfsignale erfordert jedoch Erfahrung. Werkstoff, Bauteilgeometrie und Oberflächenbeschaffenheit können das Ergebnis beeinflussen. Um subjektive Faktoren zu reduzieren, wird deshalb in der Fertigung eine automatisierte Bewertung der Prüfdaten realisiert.

Wo kommt ET zum Einsatz?

Die Wirbelstromprüfung wird in vielen industriellen Bereichen genutzt – beispielsweise zur Prüfung von Halbzeugen wie Stangen und Rohren oder von Rohrleitungssystemen im Kraftwerksbau und in der chemischen Industrie, Fertigteilen für Luftfahrt, Anlagen- und Fahrzeugbau sowie bei der Schweißnahtprüfung und der Rad- bzw. Schienenprüfung bei der Bahn.

Fazit

ET macht Materialveränderungen sichtbar, ohne das Bauteil zu beschädigen. Besonders bei Rissen, Korrosion und oberflächennahen Materialfehlern ist die Wirbelstromprüfung deshalb ein vielseitiges Verfahren der zerstörungsfreien Werkstoffprüfung.

 

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